Esch (bei Gerolstein)

Esch, auf einer Höhe von ca 600 m ü.NN, ist der nördlichste Punkt des Landkreises Vulkaneifel. Der Ortsname hat seinen Ursprung im mittelhoch-deutschen Wort "Ezzisch".

Die Entstehung des Ortes dürfte etwa zweitausend Jahre zurückliegen. Wie in einer Karte des Landesmuseums Trier und einem Handatlas der Rheinprovinz zu ersehen ist, befand sich auf der höchsten Erhebung der Gemarkung (594 m ü.NN) am "Heidenkopf" ein römischer Stützpunkt. Dort mündete eine Römerstraße vom Hohen Venn in die an Esch vorbeiführende Straße von Trier nach Köln. Im Jahre 53 v.Chr. soll Julius Cäsar diesen Stützpunkt bei der Verfolgung des Fürsten Ambriovix benutzt haben. Es ist anzunehmen, daß es sich um einen umfangreichen Stützpunkt am "Heidenkopf" handelte, welcher mit bedeutenden Einrichtungen und Anlagen ausgestattet war und neben den Streitkräften zahlreiche Leute beschäftigte, die im Laufe der Zeit ansässig wurden.

 

Ausreichende Unterlagen über den Ort Esch sind erst seit 1148 im Archiv des Erzbistums Köln zu finden. Seither wird Esch oft als bedeutender Ort im Eifeldekanat genannt. In der Zeit zwischen 1190 bis 1200 wurde die Pfarrkirche gebaut. Zur Pfarrei Esch gehörten Feusdorf, Sengersdorf, Glaadt und der Leuterather Hof.



Im Jahre 1164 wurden die Gebeine der Hl. Drei Könige aus Italien über die Römerstraße nach Köln überführt. Da Esch an dieser Straße, in der Mitte zwischen Trier und Köln, ein bedeutender und gesicherter Ort war, machte der Zug der Sage nach dort Station und bezog im Gebäude des Schultheiss Quartier. 

Seit 1548 hatte Esch ein Gericht und die Obergerichtsbarkeit über die Orte Ripsdorf, Alendorf, Feusdorf, Mirbach und Wiesbaum. Im Zusammenhang mit dieser Gerichtsbarkeit erlangte Esch traurige Berühmtheit. Während der Zeit der Hexenverfolgungen wurden fünf Personen der Hexerei beschuldigt, vom ansässigen Gericht verurteilt und in Esch verbrannt. U.a. wurde ein Escher Pastor namens Peter Hildebrand aufgrund seines ungebührlichen Lebenswandels und wegen Zauberei angeklagt. Er wurde vom Gericht zum Tode  durch den Strang und anschließender Verbrennung verurteilt. 1628 wurde er wahrscheinlich auf "Hurkelstein" verbrannt.

Bis ins 19. Jahrhundert konnte Esch zwar in Frieden, aber nur in großer Armut existieren. Die Hauptbeschäftigung war die Land- und Forstwirtschaft sowie einige Handwerksbetriebe und Tagelöhner. Von 1872 bis 1888 wanderten neun Familien nach Amerika aus.

 

Erst nach der Jahrhundertwende konnte sich der Ort bemerkenswert weiterentwickeln und gewann den Charakter eines reinen Bauerndorfes mit den hierfür erforderlichen Handwerksbetrieben und einer Mühle. Zahlreiche Bürger fanden außerdem Beschäftigung bei der Jünkerather Maschinenfabrik und der Reichsbahn, die in den Jahren 1910 bis 1914 die Eifel erschloß.

Die Weiterentwicklung des Dorfes konnte auch nicht durch Weltkrieg und anschließende Besetzung durch die Franzosen aufgehalten werden. Am 14. Juni 1923 brannte erstmals elektrisches Licht in Esch, im Jahre 1926 konnte die erste Wasserleitung in Betrieb genommen werden.

 

Auch durch den zweiten Weltkrieg wurde Esch stark in Mitleidenschaft gezogen. Zu Beginn des Krieges war der Ort Aufmarschgebiet der deutschen Streitkräfte. Seit 1943 war er besonders durch seine ungeschützte Höhenlage dauernden Fliegerangriffen der Alliierten ausgesetzt. Am 09.03.1945 erfolgte die Eroberung duch die Amerikaner.

 

Das Ortsbild hat sich seit dem Wiederaufbau stark verändert. Der ehemals landwirtschaftlich strukturierte Ort hat sich zu einer schönen Wohngemeinde weiterentwickelt. Zahlreiche Wanderwege in den ausgedehnten Wäldern der näheren und weiteren Umgebung geben der Gemeinde einen hohen Erholungswert.